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Spaß im Spiel mit jeder Spielstärke
Spaß im Spiel mit jeder Spielstärke Bild: shutterstock.com/Jandrie Lombard
02.10.2019 / Mixed

Hallo Handicap

Der eine hat es schon und ist stolz darauf, der andere ist noch auf dem Weg dorthin: Das Handicap, auch Vorgabe genannt, hält die Golfwelt in Bewegung ...

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Wer sich mit dem Golfsport beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Handicap, doch was hat es damit auf sich? „Das Handicap ist ein ausgeklügeltes System zur Beschreibung der Spielstärke eines Golfers und eine gehörige Motivationshilfe“, weiß VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. „Viele schöne und anspruchsvolle Plätze im In- und Ausland sowie manche Turniere sind nur mit einem besseren Handicap bespielbar. Die Platzreife allein reicht nicht immer für das volle Golfvergnügen!“

 

Platz da für das Handicap 

Die Führung und Berechnung des Handicaps erfolgt durch den Heimatverein des Golfers und unterliegt dem Vorgabesystem der EGA, der European Golf Association. Für jede der 18 Bahnen einer Golfrunde gibt es einen Richtwert für die Schlagzahl, das Par, mit der das Loch erreicht werden sollte. In der Summe kommt man oft auf Par 72. Die persönliche Spielstärke wird bei der Berechnung des Netto-Spielergebnisses berücksichtigt: Hat nun ein Spieler ein Handicap von -20, bedeutet dies, dass er insgesamt 72 + 20, also 92 Schläge für die volle Partie benötigen darf. „Gemeinsame Golfpartien von unterschiedlich starken Spielern sind möglich, sprich durch das Handicap kann ein Amateur sogar einen besseren Spieler schlagen, denn schließlich wird er nach seinem persönlichen Handicap, also Leistungsstand, bewertet“, so der VcG-Geschäftsführer. Zusätzlich zur Stammvorgabe wird auch noch die Schwierigkeit des jeweiligen Platzes im Slope-Rating-Wert berücksichtigt. Dieser Wert berechnet sich nach Faktoren wie zum Beispiel dem Vorhandensein von Hindernissen oder der Länge der Bahnen. So kann ein Golfer, der eine Stammvorgabe von -19,3 hat, auf einem schwierigen Platz zum Beispiel eine Spielvorgabe von -21 erhalten, einen leichten Platz muss er hingegen mit beispielsweise nur 18 zusätzlichen Schlägen meistern.

 

Alles, was zählt

Berechnet wird das Handicap anhand der Spielergebnisse, die der Golfer bei vorgabenwirksamen Turnieren oder vorgabenwirksamen Privatrunden (EDS-Runden) erzielt hat. Die geltende Berechnungsmethode, benannt nach dem englischen Arzt Frank Stableford, wurde der Legende nach 1932 erstmals im Heimatclub Stablefords angewendet. Die Spieler erhalten an jedem Loch „Stableford-Punkte“ gemäß einer weltweit gültigen Tabelle. Das Besondere an dieser Wertung ist, dass besonders schlecht gespielte Löcher minimal ins Gewicht fallen, da es keine negativen Punktzahlen gibt. Erzielt ein Spieler insgesamt 36 Punkte, hat er genau sein Handicap gespielt. Bei mehr als 36 Punkten werden diese nach einem bestimmten Schlüssel auf das Handicap angerechnet. Am Ende der Runde hat man sein Handicap entweder bestätigt, verbessert oder, falls man schon ein Handicap unter -26,5 hat, verschlechtert. 

 

Der Weg dorthin

Nach erfolgreichem Bestehen der DGV-Platzreife erhält der Golfer zunächst eine „PR“ im Vorgabenstammblatt vermerkt. Hat er 18 oder mehr Stableford-Nettopunkte auf neun Löcher gespielt, wird sofort die Vorgabe -54 (oder besser) eingetragen. Wenn nicht, erspielt er sich die erste Vorgabe in einem vorgabenwirksamen Wettspiel über neun oder 18 Löcher oder in einer EDS-Runde (vorgabenwirksame Privatrunden). „Die Handicap-Führung ist nur über eine offizielle Mitgliedschaft in einem Golfclub oder der VcG möglich, deshalb empfiehlt sich für alle Golfinteressierten eine Mitgliedschaft. Golfer ohne Heimatverein haben keine Vorgabe und können sie sich auch nicht erspielen“, betont Paeke. „Als offizielles Mitglied im DGV, also Deutschen Golf Verband, darf die VcG für ihre Mitglieder eine Vorgabe führen, wenn die DGV-Platzreife nachgewiesen wurde. Wenn man eine bestehende Vorgabe hat, wird diese von der VcG anerkannt, sofern sie nicht älter als 15 Monate ist, denn: Wenn das Handicap länger als 15 Monate nicht geführt wurde, muss eine Wiederzuerkennung gespielt werden und das Handicap neu festgelegt werden.“  

 

Am Ball bleiben

Das offizielle Handicap beginnt bei -54 und ist auf vielen Golfplätzen und bei vielen Turnieren Voraussetzung. Da ein Handicap im negativen Bereich die Norm ist, wird das Minus im Sprachgebrauch der Einfachheit halber meist weggelassen. Spitzenamateure erreichen durchaus eine Stammvorgabe im Plus-Bereich. „Ein Handicap im positiven Bereich allerdings wird stets mit einem Plus vorweg genannt, denn eine solche Leistung ehrt schließlich jeden Golfspieler“, weiß Paeke. „Sie ist auch der Traum vieler Einsteiger und Gelegenheitsgolfer. Übung macht wie immer den Meister. Wer es bis zum Profi geschafft hat, ist fein raus: Diese haben kein Handicap, von ihnen wird erwartet, jeden Platz mit Par spielen zu können. Mindestens!“

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